Allgemeines 

Schon Ende des 19. Jahrhunderts waren die Menschen fasziniert von der Gebirgswelt der Alpen und versuchten in diese vorzudringen und Gipfel zu besteigen. So hielt der Alpinismus Einzug, es wurden bereits Hütten erbaut und Wege und Steige errichtet. Unter schwierigsten und gefährlichsten Umständen mussten Verunglückte von Freiwilligen gesucht und zu Tal gebracht werden, wobei die Überlebenschancen der Verletzten sehr gering waren, da es kaum Transport- und Hilfsmittel gab. 
Um 1900 wurden nacheinander die ersten alpinen Rettungsgesellschaften gegründet, die ihren Sitz in Wien, Innsbruck, München und Salzburg hatten. Da nun auch der Schilauf immer populärer wurde, wurden diese Organisationen immer besser ausgebaut und mit Ausrüstung ausgestattet. Zusätzliche Meldestellen wurden geschaffen. Nachdem im 2. Weltkrieg die meisten Rettungsstellen zerstört und geplündert worden waren, musste erneut die mühevolle Aufbauarbeit geleistet werden. Heute ist der Österreichische Bergrettungsdienst zu einer wichtigen, nicht mehr wegzudenkenden Einrichtung im Rettungswesen geworden.  

 

Die Entstehung der Ortsstelle Hüttschlag 

Während es sich bei uns in früheren Zeiten bei den in Bergnot geratenen Menschen und Verunglückten eher um Einheimische wie Schafhirten, Bauern und Viehtreiber handelte, änderte sich dies grundlegend mit dem Aufschwung durch den Tourismus, der bereits Ende der 50er Jahre auch bei uns Einzug hielt. Viele Sommergäste begannen unsere Almen und Berge zu erkunden. Immer öfter mussten sich freiwillige Helfer zusammenfinden, um Vermisste zu suchen und Verunglückte zu bergen. Ausrüstung war kaum vorhanden, die Rettungsmänner begaben sich zum Teil selbst in große Gefahr.  

Erstes Gründungsbestreben 

1960 gab es bereits erste Bemühungen zur Gründung einer eigenen Ortsstelle, was jedoch von der Landesleitung abgelehnt wurde. Hüttschlag sollte als Nebenstelle von Großarl geführt werden - Ein Vorschlag, der von Gemeinde und zukünftigen Verantwortlichen der Bergrettung Hüttschlag nicht angenommen wurde.

Feuerwehr springt ein

Daraufhin übernimmt weiterhin die Freiwillige Feuerwehr Hüttschlag die Suchaktionen im Hochgebirge.
Zwischen 1960 und 1967 kommt es allerdings zu einer Reihe schwerer Alpinunfälle im betroffenen Einsatzgebiet. Diese Umstände führten dann doch rasch zur Gründung einer eigenen und unabhängigen Ortsstelle der Bergrettung Hüttschlag.

Endgültige Gründung der eigenen Ortsstelle

1966 wurde ein neuer Versuch gestartet und am 28. September richtete der damalige Gemeindesekretär Rupert Schaidreiter mit dem Bürgermeister Franz Huttegger erneut ein Schreiben an die Landesstelle und erläuterte die Wichtigkeit einer eigenen Ortsstelle für Hüttschlag. In diesem führten sie auch an, dass eine Reihe junger Männer bereit wäre, sich für den Bergrettungsdienst ausbilden zu lassen. In seinem Antwortschreiben schlug der damalige Landesleiter Hans Auer eine gemeinsame Besprechung mit ihm, der Gemeindevertretung Hüttschlag und dem Großarler Ortsstellenleiter Hans Pichler, sowie den potentiellen Bergrettungsmännern vor. Diese fand jedoch erst am 3. Juni 1967 im Gasthof Almrösl statt. Eine Voraussetzung zur Gründung der eigenen Ortsstelle war die abgeschlossene Ausbildung der zukünftigen Bergrettungsmänner. Bis dahin wurde Hüttschlag noch als Nebenstelle der Ortsstelle Großarl geführt. Im Juli und August 1967 wurde zur Vorbereitung mit den Großarler Bergrettern geübt. Vom 10. bis 19. September 1967 absolvierten bereits 10 Männer erfolgreich den erstenAusbildungskurs auf dem Riemannhaus.

Am 1. Oktober 1967 konnte endlich die konstituierende Gründungsversammlung abgehalten werden. 

Bestätigung zur Gründung der Ortsstelle

 

 

 

 

Gründungsmitglieder:  

Gruber Hias, Rohrmoser Albert, Klaushofer Walter, Lederer Sepp, Prommegger Rupert, Heigl Hias, Rohrmoser Willi, Aichhorn Toni, Huttegger Sepp, Ziegler Heimo, Kendlbacher Franz, Viehhauser Max, Ammerer Hias, Klaushofer Lois, Berger Sepp, Kendler Hausa, Gschwandl Sepp, Gschwandl Willi, Pirchner Florian, Viehhauser Dionys 

Hias Gruber wurde zum Ortsstellenleiter gewählt und Albert Rohrmoser zu seinem Stellvertreter. Als weitere Funktionäre fungierten der Zeugwart Josef Gschwandl, der Kassier Hausa Kendler und der Schriftführer Josef Huttegger. Bereits im März 1970 wurde in Hüttschlag eine große Übung gemeinsam mit der Ortsstelle Dorfgastein abgehalten. Aufgrund der geografischen Nähe der beiden Nachbartäler wurden gemeinsame Einsätze für möglich gehalten und eine nähere Zusammenarbeit angestrebt. Diese Kooperation führte schließlich zur Gründung des Bergrettungsabschnittes Pongau Süd", dem nun die Ortsstellen Großarl, Dorfgastein, Bad Hofgastein, Badgastein und Hüttschlag angehören. 

Bergrettungsheim

Ende 1972 wurde mit der Planung eines eigenen Bergrettungsheimes begonnen. In den darauffolgenden Jahren wurde unter großem persönlichen Einsatz der Kameraden die Errichtung des gemütlichen Blockhauses vorangetrieben. Insgesamt wurden rund 2500 freiwillige Arbeitsstunden von den Bergrettungsmännern geleistet. Finanzielle Unterstützung gab es seitens der Gemeinde Hüttschlag und der Landesleitung. Der Gesamtkostenaufwand betrug ATS 334.000.-, wobei ATS 43.000.- aus der Kameradschaftskassa beigesteuert wurden.

Bergrettungsheim vor 2005

 

 

 

 

1976 wurde das Heim feierlich eröffnet. Zu diesem Anlass schufen der Großarler Heimatdichter Toni Aichhorn (Text) und der begnadete Musiker Andreas Kendlbacher (Komposition) ein eigenes Bergrettungslied mit dem Titel Im grünen Kreuz das Edelweiß". Dieses wurde von den Hüttschlager Kameraden in beeindruckender Weise präsentiert und wird bis heute gerne bei besonderen Anlässen gesungen. 

Nachdem das Heim über viele Jahre genutzt und die sanitären Einrichtungen sowie die Heizung nicht mehr zeitgemäß waren, fasste man 2005 den Entschluss, es zu erweitern und umzubauen. Unter enormem Einsatz aller Bergrettungsmänner (ca. 5200 freiwillig geleistete Stunden) und mit viel externer Hilfe und Unterstützung gelang der Ausbau zu einer zweckmäßigen Heimstätte inklusive großzügigem Schulungsraum, Übungs-Kletterwand und Lagermöglichkeiten für Ausrüstung. Die Fertigstellung und Einweihung erfolgte im Jahr 2006.

Bergrettungsheim nach dem Umbau 2005 - 2006

 

 

  

 

Leider stellte sich 2013 heraus, dass sich durch Feuchtigkeit in den Wänden des Heimes ein aggressiver Holzschwamm ausgebreitet hatte. Ein Teil des Hauses wurde komplett zerstört und wiederum eine große Sanierung notwendig. Wieder mussten viele unentgeltliche Arbeitsstunden geleistet werden. Besonders die älteren Kameraden (Pensionisten) waren hier unermüdlich im Einsatz. Vielen Dank an alle freiwilligen Helfer! 

Ortsstellenleiter

1967 - 1980 Hias Gruber (Stellvertreter Albert Rohrmoser) 
Unser erster Ortsstellenleiter Hias Gruber war eine der treibenden Kräfte bei der Gründung der eigenen Ortsstelle, sowie später bei der Errichtung des Bergrettungsheimes. Er war stets ein Vorbild für die jungen Bergretter. Neben seiner Leitungsfunktion bei der Bergrettung lenkte er auch über viele Jahre die Geschicke der Freiwilligen Feuerwehr Hüttschlag. Als er diese "Obmann"- Doppelfunktion nicht mehr ausüben durfte, gab er nach 13-jähriger, vorbildlicher Aufbauarbeit die Leitung der Bergrettung ab. Als Stellvertreter fungierte er noch bis 1985. 

1980 - 1985 Sepp Kendler (Stellvertreter Hias Gruber) 
Am 12. September 1980 wurde Sepp Kendler zum Ortsstellenleiter gewählt. Unter Sepp Kendlers Leitung wurde die Ausbildung forciert und die Ausrüstung verbessert. Sepp führte die Ortsstelle bis zum 16. März 1985, dann übersiedelte er aus beruflichen Gründen nach Großarl und übergab die Führung der Bergrettung an Hausa Kendler. 

1985 - 1989 Hausa Kendler (Stellvertreter Franz Viehhauser)
1985 übernahm Gründungsmitglied Hausa Kendler die Leitung der Ortsstelle. Durch seine Bergerfahrung und Teilnahme an Expeditionen in die höchsten Berge der Welt war er eine große Bereicherung für die Mannschaft. Auch wenn er manchmal etwas eigene Ansichten vertrat, war er ein wichtiges Mitglied unserer Bergrettung. Seine Erfahrung kam den Jung-Bergrettern sehr zu Gute. Nachdem es wegen einer Übung am 6. November 1988 zu großen Unstimmigkeiten zwischen dem Ortsstellenleiter und einigen Bergrettungsmännern gekommen war, legte Hausa sein Amt nieder. 

1989 - 2000 Sepp Rettenwender (Stellvertreter Franz Viehhauser)
Am 10. März 1989 wurde Sepp Rettenwender zum Ortsstellenleiter gewählt. Sepp war ein vorbildlicher Leiter und bildete viele junge Bergretter aus. Er pflegte besonders die Kameradschaft, Ausflüge und verschiedene Bergtouren wurden durchgeführt. Er führte die Bergrettung bis 2000. 

2000 - 2001 Roman Toferer (Stellvertreter Sepp Rettenwender)
2000 übernahm Roman Toferer die Leitung der Bergrettung Hüttschlag, musste diese aber bereits nach einem Jahr aus beruflichen Gründen wieder abgeben. 

2001 - 2013 Hubert Kreer (Stellvertreter Bartl Gruber, Bernhard Klaushofer)
Hubert Kreer erlebte im Sommer seines ersten Jahres als Ortsstellenleiter eine wahre Flut von Einsätzen: insgesamt musste die Bergrettung innerhalb von wenigen Monaten acht Mal ausrücken. In seine Periode fällt auch der Umbau des Bergrettungsheimes 2005, an dem er sich mit enormem persönlichen Einsatz beteiligte. Die Präsenz der Bergrettung bei öffentlichen Veranstaltungen wurde forciert und die Zusammenarbeit mit der Landesleitung verstärkt. Hubert Kreer übersiedelte aus familiären Gründen nach Koppl bei Salzburg, daher übergab er die Leitung der Ortsstelle am 2. März 2013 an Bernhard Klaushofer. 

seit 2013 Bernhard Klaushofer (Stellvertreter Gottfried Obermoser)
Bernhard Klaushofer führt mit seinem Stellvertreter Gottfried Obermoser und seinem Ausbildungsteam die Bergrettung seit 2. März 2013. Zu Beginn seiner Amtszeit wurde der folgenschwere Hausschwammbefall im Bergrettungsheim entdeckt und die notwendig gewordene Sanierung durchgeführt.